Liebe Eltern!

Der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule stellt eine große Veränderung im Leben eines Kindes dar. Neue Anforderungen werden gestellt, der Tagesablauf ändert sich, Hausaufgaben müssen gemacht werden.

Sehr oft werden die Fragen gestellt :

Was muss mein Kind können? 

Wird mein Kind den Anforderungen entsprechen? 

Erfüllt mein Kind die Voraussetzungen?

Was ist die Schulfähigkeit?

Die Schulfähigkeit bedeutet nicht nur die geistige Entwicklung des Kindes. Ebenso wichtig sind die körperliche Entwicklung, die Anstrengungsbereitschaft und Arbeitshaltung. Auch die soziale Reife ist ein wichtiger Punkt. Sie ermöglicht dem Kind sich in eine Gruppe Gleichaltriger einzugliedern. Die Entwicklung verläuft bei jedem Kind individuell. Kinder sind in ihrem Lerntempo, der Lernbereitschaft, der Selbständigkeit und der Kommunikationsfähigkeit sehr unterschiedlich. Sie haben unterschiedliche Interessen und bringen ganz verschiedene Vorerfahrungen mit.

Die nachfolgende unvollständige Liste soll für Sie eine kleine Hilfe zur Beantwortung aller Fragen sein. Sie erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste soll Ihnen nur einen Überblick bieten, welche Kriterien die Schulreife umfasst.
Keine Angst, wenn Ihr Kind nicht alle Kriterien erfüllt – Kinder sind individuelle Persönlichkeiten und nicht perfekt. Bis zum Schulbeginn ist außerdem noch viel Zeit!

 

 

 

 

 

Das Kind

1.Sprache

 

 

¨  benennt Gegenstände aus seiner Umgebung und weiß was sie bedeuten.

 

¨  versteht Anweisungen beim Spielen und bei kleineren Aufträgen und führt diese richtig aus.

 

¨  kann kurze Sätze richtig  formulieren (mind. 4 Wörter pro Satz).

 

¨  kann kleine Geschichten (auch nach Bildvorlage) inhaltlich verständlich erzählen.

 

¨  gibt auf Fragen verständliche Antworten.

 

¨  kann Wünsche und eigene Bedürfnisse mitteilen.

 

¨  kann nachfragen, wenn es etwas nicht verstanden hat.

2.Wahrnehmung

 

 

¨  kann  Formen (rund, eckig,..) einander zuordnen.

 

¨  kann Formen der Größe nach ordnen.

 

¨  kann Farben unterscheiden und benennen (mindestens rot, bau, grün, gelb).

 

¨  kann einfache Bilder/Puzzles zusammenlegen.

 

¨  kann einfache Figuren richtig zeichnen.

 

¨  kann Geräusche unterscheiden.

 

¨  kann Anlaute heraushören.

3.Motorische Fähigkeiten

 

 

¨  kann das Gleichgewicht halten z.B.: beim Balancieren.

 

¨  Kann einen Ball werfen und fangen.

 

¨  kann mit der Schere einfache Figuren ausschneiden.

 

¨  kann mit Bleistift, Papier und Klebstoff umgehen.

 

¨  hält sich beim Ausmalen von Figuren an die Umrisse.

4.Gedächtnis

 

 

¨  merkt sich Lieder, Reime und kleine Gedichte.

 

¨  kann kurze Sätze, Verse und Reime nachsprechen.

 

¨  behält kleine Aufträge und kann diese umsetzen.

 

¨  kann kleine Erlebnisse aus der Vergangenheit wiedergeben.

5.Mengen und Ziffern

 

 

¨  kann bis 10 zählen.

 

¨  kann die Menge bis  5 erfassen ohne abzuzählen.

 

¨  kann Mengen der Größe nach ordnen.

 

¨  kann Begriffe »mehr, weniger, die meisten, die wenigsten, gleich viele« bis 10 anwenden.

6.Ausdauer, Motivation,  
     Arbeitsverhalten

 

 

¨  kann über längere Zeit (mind. 15 Minuten) bei einer Sache bleiben.

 

¨  kann geduldig zuhören oder zuschauen (mind. 10 Minuten)

 

¨  zeigt erste Ansätze von selbständigem Arbeiten.

 

¨  gibt nicht gleich auf, versucht es nach einem Misserfolg noch einmal.

 

¨  schließt eine begonnene Arbeit ab.

7.Sozialer Bereich

 

 

¨  spielt mit anderen Kindern.

 

¨  kann sich in eine Gemeinschaft einordnen.

 

¨  kann Bedürfnisse anderer Kinder wahrnehmen.

 

¨  hält sich an vereinbarte Regeln.

 

¨  hat ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz, um mit Erfolg und Misserfolg umgehen zu können.

 

¨  kann anderen Kindern zuhören und diese ausreden lassen.

8.Selbständigkeit

 

 

¨  kann sich von Eltern oder Bezugsperson lösen.

 

¨  kann sich auch ohne Anweisung selbständig beschäftigen.

 

¨  kann sich alleine anziehen, Schuhe binden.

 

 

 

 

 

 

Zum Schluss noch einige Tipps:

  • Üben Sie spielerisch und gezielt, um dem Kind den Schulstart zu erleichtern! Sprechen Sie öfters mit Ihrer Kindergartenpädagogin!
  • Vereinbaren Sie Regeln und Abmachungen so, dass Sie und Ihre Kind diese auch einhalten können! Seien Sie konsequent!
  • Reden Sie öfters mit dem Kinde positiv über die Schule. Neugierig machen und ermuntern statt Angst machen und drohen („Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ oder „Na warte, wenn du in die Schule kommst“, ...)
  • Übertragen Sie nicht Ihre eigenen Kinder-Ängste vor der Schule auf Ihr Kind! („Wenn das Kind auch so wird wie ...“)
  • Übertragen Sie nicht Ihre eigenen Erfahrungen auf Ihr Kind! („Diese Lehrerin  ...“)
  • Setzen Sie nicht Erwartungen in Ihr Kind, die es vielleicht nicht erfüllen kann! („Aber mein Kind soll und muss besser...“)
  • Kaufen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die Schulsachen ein und benennen Sie mit ihm immer wieder die Dinge, Farben und Formen in der Schultasche, in der Mappe oder Federnschachteln!
  • Gehen und besprechen Sie den Schulweg, den Weg zur Haltestelle mit wichtigen Gefahrenstellen - und das Verhalten in der Gruppe! Beobachten Sie andere Verkehrsteilnehmer und bewerten Sie deren Verhalten! Seien Sie ein positives Vorbild!